Nachhaltigkeit mit großer Wirkung

Nachhaltigkeit in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit bedeutet für uns, gemeinsam mit unseren Projektpartner*innen vor Ort Lösungen zu entwickeln, die langfristig funktionieren und zu den jeweiligen Lebensbedingungen passen. Dabei geht es nicht darum, fertige Konzepte vorzugeben, sondern Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsam neue Wege zu finden.

Wie vielfältig diese Zusammenarbeit sein kann, zeigen unsere Projekte: Wir beschäftigen uns mit nachhaltigem Bauen, Wassermanagement und Solarenergie ebenso wie mit Landwirtschaft, Kompostierung und nachhaltigen Strukturen im Krankenhausbetrieb. Jedes Projekt bringt eigene Herausforderungen mit sich und lebt vom Wissen, der Erfahrung und dem Engagement der Menschen, die mitwirken.

Wir möchten Ihnen unsere Arbeit näherbringen und Einblicke in die Projekte geben, die wir gemeinsam mit unseren Partner*innen umsetzen. Lernen Sie die Menschen, Ideen und praktischen Lösungen kennen, die unsere Arbeit prägen – und entdecken Sie, wie Nachhaltigkeit in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit konkret gelebt wird.

Bereits vor 15 Jahren entschieden wir uns, gemeinsam mit unserer Architektin Miriam Prikryl, beim ersten großen Bauprojekt bewusst neue, unkonventionelle, vor allem aber nachhaltige Wege zu gehen. Denn das neue Frauenhaus sollte nicht nur der Umwelt gerecht werden, sondern auch den Frauen, die hier leben und arbeiten.

Unser Pilotprojekt und Vorreiter für umweltfreundliche und Ressourcen schonende Bauweise - Das Frauenhaus Nina Huasi

2023 eröffneten wir in Bushulo das neue Mutter-Kinder-Spital. Mit über 200 Geburten jährlich auf der Geburtenstation, neuen OP´s, einer Gynäkologie, Neonatologie, Pädiatrie und insgesamt 69 Betten, hat es sich zu einem wichtigen Zentrum für Frauen- und Kindergesundheit in der Region entwickelt. Um das Spital unabhängig von den heimischen Stromschwankungen zu machen wurde eine große Photovoltaikanlage errichtet. Aber nicht nur das: Alle Prozesse des Krankenhausalltages wurden sinnvoll durchdacht, vom Wartungszentrum für medizinische Geräte bis hin zum Abfallmanagement.

Damit der Spitalalltag rundläuft: Energie, Technik und Abfallmanagement  
Das Mutter-Kind-Krankenhaus in Bushulo

Die Kombination aus Komposttoiletten und Kompostieranlage in Meki hilft dabei, Ressourcen sinnvoll zu nutzen und die Umwelt zu entlasten. Komposttoiletten benötigen kein Wasser. Die gesammelten organischen Abfälle können kontrolliert kompostiert und in nährstoffreichen Humus umgewandelt werden. So werden Nährstoffkreisläufe geschlossen, Abfälle reduziert und wertvolle Ressourcen für die Landwirtschaft zurückgewonnen.

Durch die Verwendung von Komposttoiletten können, im Vergleich zu Spültoiletten, täglich 25.000 Liter Wasser an der Meki-High-School gespart werden.

Die unterirdischen Gewächshäuser von Guaranda zeigen, dass es auch unter schwierigsten Umständen möglich ist Gemüse anzubauen. Zudem ermöglichen nachhaltige Anbaumethoden rund 360 Familien in Ecuador durch eigene landwirtschaftliche Produktion sich weitgehend selbst zu versorgen.

Plenitud de Vida - agroökologische Maßnahmen fördern eine gesunde Ernährung und stärken die Unabhängigkeit von externen Lebensmittelmärkten.

Bereits seit 2014 sind Permakultur und ökologische Nachhaltigkeit ein zentraler Bestandteil der Arbeitsweise des Frauenhauses Maria Amor. Mit dem Projekt Green-Rise entwickelte das Frauenhaus nun einen ganzheitlichen Ansatz, der Ernährungssicherheit fördert, soziale Sicherung stärkt und zugleich einen Beitrag zum Umweltschutz leistet.

Permakultur fördert Bodenfruchtbarkeit, spart Wasser, erhält Biodiversität und reduziert externe Abhängigkeiten, wie von chemischen Düngemitteln - das Projekt Green Rise zeigt wie es geht.

Die Nutzung der Biomasse für Energie erhöht die Arbeitsbelastung von Frauen und beeinträchtigt die Gesundheit der Menschen durch Luftverschmutzung und Rauchentwicklung in den Innenräumen.

Unsere Projekte setzen sich für effizientere Methoden ein, um den Brennholzverbrauch zu senken und gleichzeitig die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Zudem werden nachhaltige Land- und Ressourcennutzung, Einkommens- und Vermarktungsmöglichkeiten sowie der Zugang zu Trinkwasser nachhaltig gestärkt.

Vom Aufbau nachhaltiger Landschaften und Lebensgrundlagen in Äthiopien

In den Vikariaten Hawassa und Meki in Äthiopien besuchten 24.500 Kinder im Schuljahr 2025/26 eine der 61 Bildungseinrichtungen. Die jahrelange Investition in die Verbesserung des Unterrichts, die Schulung der Lehrpersonen und das Schaffen eines kindgerechten und geschützten Umfelds an den Schulen trägt nun Früchte. Erreicht wurde dies auch durch eine verbesserte nachhaltige Infrastruktur.

Solarenergie erleichtert den Schulalltag

Emils Kleine Sonne ist unser nachhaltiges Leuchtturmprojekt in Armenien. Und das in vielerlei Hinsicht. Es besitzt die größte Photovoltaikanlagen im Kaukasus und ist auch sozial ein echtes Vorbild. Mit seinem Projekt “Green Aregak” schafft es völlig neue Möglichkeiten. Ökologischen Landwirtschaft und das neu errichtete, passive Solargewächshaus, spielen eine zentrale Rolle bei der Nahrungsmittelproduktion für das Zentrum und schaffen Ausbildungsplätze für junge Erwachsene mit Beeinträchtigung.

Emils kleine Sonne in Armenien - Ein Beispiel für die Verbindung von architektonischer und sozialer Nachhaltigkeit.